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Abenteuer in der Buckligen Welt – die große Liebe: Teil 2 – Zauber der Schlösser, Burgen und Ruinen

  • Autorenbild: jasminatomc
    jasminatomc
  • 21. Nov. 2020
  • 20 Min. Lesezeit

Im zweiten Teil meiner Blogreihe über das Land der 1000 Hügel, die Bucklige Welt im Südosten von Niederösterreich, geht es um die Schlösser, Burgen und Ruinen, die ihre Reize teilweise tief im dunklen Wald verstecken, teilweise prahlen sie aber mit ihrer mächtigen Schönheit auf den Gipfeln der sanften, grünen Hügeln.

Viele von ihnen erblickt man schon von weitem, aus der blauen Ferne, die Eroberung von einigen anderen muss man sich allerdings erst in einem Kampf mit einem stark verwachsenen, steilen Weg durch den Wald verdienen. Jeder von diesen herrlichen Wächtern der Vergangenheit ist es absolut die Mühe wert.

Sie bieten Führungen, Ritteressen, atemberaubende Ausblicke auf die hügelige Landschaft, viele Erlebnisse und Abenteuer, bis hin zu Zeitreisen in die bewegte Geschichte der Region.

In Folge des Artikels führe ich dich auf eine ganz besondere Reise zu den Schlössern Ziegersberg, Steyersberg, Katzelsdorf, Eichbüchl und Krumbach, zu den Burgen Kirchschlag und Thomasberg und zu den Ruinen Ziegersberg, Thernberg, Schwarzenbach, Kirchau und Haßbach.


Burg Thernberg


Den zwei Märchenburgen Seebenstein und Türkensturz ist ein extra Blogartikel gewidmet, da sie ein Teil des Naturparks Türkensturz sind und jede für sich besonders viele Abenteuer und Angebote zu bieten hat.


Die Bucklige Welt war um die Wende vom ersten zum zweiten Jahrtausend noch eine geschlossene Waldlandschaft, die praktisch menschenleer war. Das Grenzgebiet diente sowohl den Ungarn als auch den Österreichern als eine Art Pufferzone, die einen Einmarsch des jeweiligen Gegners bremsen sollte. Dies änderte sich erst in der zweiten Hälfte des 11. Jahrhunderts, nachdem die Ungarn bei Pitten besiegt wurden und Österreich das eroberte Land erhielt. Da begann die Rodung und Kolonisierung des Waldlandes. Die Residenz befand sich in Pitten und so wurden die meisten Burgen der Buckligen Welt von den Burggrafen von Pitten errichtet. Die Einfälle der Ungarn häuften sich jedoch, also entschloss man sich, die Grenze durch eine Burgenkette zu sichern, die von Hartberg bis Landsee reichte. Ein Vordringen der Ungarn durch das Zöbern- und Edlitztal sollte durch die Errichtung der Burgen Krumbach und Thomasberg verhindert werden. Und diese Burgenkette stelle ich dir jetzt vor.


Die Schlösser der Buckligen Welt


Nicht weit von der Autobahn zwischen Graz und Wien entfernt befindet sich das Schloss Krumbach, das auf 613 m Seehöhe im gleichnamigen Ort liegt. Das nach allen Seiten freistehende, mächtige Bauwerk beherrscht das gesamte Landschaftsbild des Krumbacher Beckens. Der Ausblick auf die herrliche Burg verfolgt den Besucher die lange Straße das gesamte Tal entlang.

Schon an der äußeren festungsartigen Form kann man sein ehrwürdiges Alter erkennen, obwohl er im Laufe seiner 800-jährigen Geschichte vielen Veränderungen zum Opfer fiel. Letztens im Jahre 2010, als das Schloss zum Hotel umgebaut wurde. Inzwischen wurde der Hotelbetrieb allerdings eingestellt und die Internet-Seite informiert, dass das Schloss in der Zukunft eine internationale Schule beherbergen wird.


Schloss Krumbach


Steyersberg ist die größte und besterhaltene Burganlage in der Umgebung. Sie liegt in der Marktgemeinde Warth im Bezirk Neunkirchen in Niederösterreich, auf der linken Seite der Autobahn, vom Süden kommend.


Das Burgschloss Steyersberg wurde vermutlich zu Beginn des 13. Jh. von Verwandten der in der Nachbarschaft residierenden Herren von Hassbach errichtet. Bis zum Jahr 1386 blieb die Burg im kranichbergischen Besitz. Anfangs diente die noch ziemlich kleine Anlage als Verteidigungsort und Zufluchtsstätte. 1386 ging die Burg bei der Heirat einer Kranichbergerin mit einem Herrn von Stubenberg für 200 Jahre in das Eigentum der Familie Stubenberg über. Schließlich verkaufte Georg Hartmann von Stubenberg seinen Besitz an den Freiherrn Ehrenreich von Wurmbrand zu Stuppach, der umfangreiche bauliche Veränderungen an der Burg vornehmen ließ. Er und seine Nachfolger bauten die Burg in ein wohnliches Renaissanceschloss um und ließen es neu befestigen. Nach der Erbteilung wurde die Burg mehrfach verpachtet, bis es 1848 zur Aufhebung der Herrschaft Steyersberg kam. Die Burg selbst aber blieb weiterhin im Besitz der Grafen von Wurmbrand und befindet sich heute noch in sehr gutem Zustand.

Da sich das Schloss im Privatbesitz befindet, ist es leider nur von außen zu besichtigen. Ein besonders schöner Ausblick auf das Schloss bietet sich von den Hügeln auf der anderen Seite des Tals, für ein schönes Foto braucht man allerdings ein gutes Zoom-Objektiv.


Schloss Steyerberg


Im Norden der Buckligen Welt, wo die sanfte, grüne Hügellandschaft bereits in die Tiefebene von Wiener Neustadt absinkt, liegen in der Gemeinde Katzelsdorf gleich zwei romantische Schlösschen.

Mitten im Ort Katzelsdorf befindet sich das Schloss Katzelsdorf, das schon 1183 erstmals urkundlich erwähnt wurde. Es blickt auf eine wechselhafte Geschichte mit vielen Besitzern zurück, u.a. Gräfin von Lipona, Schwester Napoleons I., Herzogin von Angouleme, Tochter Ludwigs XVI. und Marie Antoinettes, u.a.Im 2. Weltkrieg befand sich hier ein Pferdelazarett. 1993 kaufte die Gemeinde das Schloss und baute es zu einem regionalen Veranstaltungs-, Kultur- und Seminarzentrum aus. So befindet sich das Büro der Destination "Wiener Alpen in Niederösterreich" und das "Regionalmanagement Industrieviertel" im Schloss Katzelsdorf. Besonders beliebt ist es als romantisches Hochzeitsschloss. Ein Höhepunkt ist alle zwei Jahre das auf Ulrich von Liechtenstein zurückführende Mittelalterfest.


Schloss Katzelsdorf


Etwas außerhalb des Ortes auf einer höher gelegenen Terrasse liegt das Schloss Eichbüchl mit seinen romantischen Türmchen, dessen Geschichte vermutlich bis ins 14. Jahrhundert zurückreicht. Geprägt wird sie allerdings besonders durch die schicksalsträchtigen Tage im April 1945, als Dr. Karl Renner in zwölf arbeitsreichen Tagen auf Schloss Eichbüchl die Grundstrukturen der Zweiten Republik entwickelte. Das Schloss fand somit als Geburtsort der Zweiten Republik seinen unauslöschlichen Platz in den Geschichtsbüchern.

Heute beheimatet das Schloss Eichbüchl ein Weingut, sonst kann man es nur von außen besichtigen, da es sich im Privatbesitz befindet. Ein Besuch lohnt sich allerdings trotzdem, da ein paar Meter weiter ein Waldweg zum Blickplatz Eichbüchl führt, von wo man einen herrlichen Blick ins breite Tal, bis zum Schneeberg genießen kann. Diesen Blickplatz erwähne ich nochmal im extra Blogartikel über „Das Paradies der Blicke“ in der Buckligen Welt.


Schloss Eichbüchl in Katzelsdorf


In der Nähe von Zöbern, nicht weit von der Autobahn entfernt, liegt ein kleines, verschlafenes Dorf Schlag, wo sich gleich zwei Juwelen für Burgenfans verstecken. Tief im Wald schläft die Ruine Ziegersberg und nur etwa 700 m weg wurde Ende des 19. Jahrhunderts ein modernes Schloss mit dem gleichen Namen erbaut, im neobarocken Stil. Um billiges Baumaterial zu gewinnen, schleifte man große Teile der Mauern der Burg Ziegersberg, die heute zur Ruine zerfällt. Dafür wurde sie durch das Schloss Ziegersberg ersetzt.

Der hübsche, größtenteils eingeschossige Bau ist eine symmetrische Anlage, die mit der markanten gelben Fassade schon von weitem beeindruckt und einen einzigartigen Kontrast zu den grünen Wäldern und dem blauen Himmel bietet. Die Eigentümerin des Schlosses ist die Familie Brunner, der es als Sommerwohnung und Sitz der Gutsverwaltung dient. Und da das Schloss Ziegersberg im Privatbesitz ist, ist eine Besichtigung nur von außen möglich.


Schloss Ziegersberg


Eine Entdeckungsreise in die Gegend lohnt sich trotzdem, da man beim Schloss Ziegersberg nach links abbiegt, wo die schmale Straße in einen lichten Wald führt. Dort findest du die nächste Perle, die mir unerwartet den Atem raubte.


Das Burgenabenteuer in der Buckligen Welt


Ich habe die nächste schlafende Prinzessin in den dunklen Tiefen der Wälder der Buckligen Welt schon angekündet. Auf der linken Seite der Straße, die vom Schloss Ziegersberg führt, befindet sich ein kleiner, leicht zu übersehender Schotterparkplatz, wo fast genau ein Auto Platz hat. Dort kannst du parken und auf der rechten Seite der Straße führt ein ziemlich stark verwachsener Waldweg in den Wald hinauf. Innerhalb von etwa 5 Minuten führt er dich direkt zur Lichtung, wo dich die romantische, wunderbar erhaltene Burgruine Ziegersberg erwartet.

Die Burg dürfte Mitte des 13. Jahrhunderts von dem Ritter Siegfried Zieger errichtet worden sein, dem sie auch ihren Namen verdankt. Bis zum 17. Jahrhundert gehörte die Burg zur Herrschaft Seebenstein, wechselte aber bald wieder die Besitzer und verlor immer mehr an Bedeutung. Als sie im 18. Jahrhundert auch ihre militärische Bedeutung verloren hatte, begann der Verfall. Die Burg war im 19. Jahrhundert bereits teilweise ruinös und als 1896 das Schloss Ziegersberg erbaut wurde, schleifte man große Teile der Burg zur Gewinnung von Baumaterial. 1999 ließ die Familie Brunner, der aktuelle Besitzer, die Ruine umfassend sanieren.

Heute erhebt sich eine kleine Hochburg aus dem Fels in der Mitte des Plateaus, wo eine Brücke über einen Graben zum Tor führte. Rechts neben dem Tor steht der mächtige, runde, romanische Bergfried, der die ganze Anlage dominiert. Er stammt aus dem 13. Jahrhundert und beeindruckt mit etwa 3 Meter dicken Mauern. Der einfache Innenhof ist von stark zerstörten Gebäuden umgeben, während die Westseite von einer 13 Meter hohen Mauer begrenzt war.

Die Lichtung wird scheinbar auch im Sommer gepflegt, daher kann man rund herum laufen, ohne sich vor Brennnesseln in Acht nehmen zu müssen. Das Tor ist aber leider gesperrt, also kann man die traumhafte Ruine nur von außen anschauen, was einen Besuch auch total wert ist.


Burgruine Ziegersberg


Und schon ist es soweit. Endlich darf ich dir, liebe/r LeserIn, meine absolute Lieblingsburg in Österreich vorstellen. Auf dem 480 Meter hohen Schlossberg in Kirchschlag steht die Ruine der im 12. Jahrhundert erbauten Burg Kirchschlag. Ich habe in nur 7 Jahren 3 Bundesländer, Steiermark, Burgenland und Niederösterreich, kreuz und quer befahren, und sie ist die einzige Burg, die ich mehr als dreimal besucht habe. Die Ruine empfängt mich immer mit offenen Armen, bietet mir kühlenden Schatten im Sommer und eine ruhige Rast im Winter an. Aber zu jeder Jahreszeit eröffnet sie einen beeindruckenden Rundblick über die Bucklige Welt, besonders vom ehemaligen Feuerturm, der heute als Aussichtswarte dient. Ganz oben auf dem Turm stehen, den Blick über die sanften Hügel schweifen lassen, die in der hellen, warmen Frühlingssonne wie kristallklare Smaragde glitzern, und die Haare im Wind flattern lassen – ein Traum, der mich seit dem ersten, nichts ahnenden Besuch was mich dort erwartet, zu jeder Zeit meines Lebens treu begleitet und mir Kraft durch die Adern fließen lässt.

Früher war die Burg eine bedeutende Grenzfestung gegen Osten. Der Ort Kirchschlag war durch eine Ringmauer mit der Burg verbunden und zu einer mächtigen Wehranlage ausgebaut. Die Grafen von Wildon aus der Steiermark, die Kuenringer, Güssinger, Pottendorfer, Puchheimer und zuletzt die ungarischen Grafen Palffy waren unter den Besitzern der Feste. Sie war nie von den Türken erobert worden. Die Grafen Palffy nahmen dann ihren Sitz auf der Burg Krumbach, die besser erhalten war und von da ab verfiel die Burg Kirchschlag. Nach 1848 ging die Burg durch Kauf an verschiedene private Besitzer über, bis sie in den siebziger Jahren des 20. Jh. schließlich die Stadtgemeinde Kirchschlag erwarb. Sie wird von einem lokalen Burgverein betreut.

Heute zeugen mächtige Mauern von der einstigen Größe und ruhmvollen Vergangenheit des Bauwerkes, das Gebäude thront schon von der Straße sichtbar über dem Ort. Die Straße zur Burg ist beschildert und eine sehr schmale Straße führt durch eine Siedlung in den Wald, wo sie zu einer schön ausgebauten Schotterstraße übergeht. Ein paar Kurven weiter wird die Schotterstraße etwas holpriger, da einige Wasserrinnen quer drüber laufen. Falls du dein Auto doch lieber schonen möchtest, empfehle ich dir, von unten etwa 20 Minuten zu Fuß rauf zu gehen oder sehr langsam fahren. Direkt vor der Ruine ist im Wald ein kleiner Parkplatz für maximal 6 Fahrzeuge.


Ein Waldweg führt jetzt an romantischen Lampen vorbei direkt zum Tor und schon von hier lässt sich die Pracht der Burg erahnen. Rechts über deinem Kopf hebt sich schon der mächtige Feuerturm aus den Baumkronen in den Himmel und schmale, steile Stufen führen zum Turm hinauf. Aber ich spare mir bei jedem Besuch den Feuerturm als Sahnehäufchen fürs Ende auf, daher gehe ich immer zuerst über die Holzbrücke zum Tor.

Links fällt das Gelände steil zur Stadt hinunter und rechts erhebt sich schon die schwindelerregend hohe, stolze Mauer der Hauptburg, die vom freistehenden Bergfried durch einen 8 bis 10 m tiefen Halsgraben getrennt ist. Durch das Tor gelangst du in den Zwinger zwischen den beiden Ringmauern, wo dich eine Tafel über die Geschichte, die Bauphasen und das ehemalige Aussehen der Burg informiert. Die äußere Mauer war mit zehn Bastionstürmen verstärkt. Der Halbrundturm gehört zu den jüngsten Teilen der Burg. Er war als Geschützturm gebaut. Falls der Feind bis hierher vorgedrungen war, erreichte er die Hauptburg noch längst nicht. Auf seinem Weg durch den Zwinger zum inneren Burgtor, konnte er sowohl vom inneren Bering als auch vom Wehrgang der gegenüberliegenden äußeren Ringmauer aus unter Feuer genommen werden. In dieser, durch mehrere fünfeckige Türme verstärkten Mauer aus dem 16. Jahrhundert sind noch einige Schießscharten zu erkennen. Auch die Zinnen sind teilweise noch original.


Der Weg zur Burg Kirchschlag


Auf der linken Seite führt eine Holzstiege zu meinem Lieblingsplatz auf der Burg, zu einem der Wehrtürme in der äußeren Mauer. Man muss sich über enge, steile Stiegen hinauf quetschen und schon steht man auf dem Holzboden, wo einige Holzbänke aufgestellt sind und sich ein traumhafter Blick auf den Ort Kirchschlag und die grüne Hügellandschaft ausbreitet. Wenn in der Nähe noch ein Vogel singt, ist die Traumidylle perfekt. Trotzdem möchte ich zur Vorsicht raten, da alte, löchrige Mauern eine ideale Stelle für Wespennester darstellen. Auch hier kreisen im Sommer leider ziemlich oft die wilden Wespen herum, also hier oben lieber Finger weg von Schokolade und Cola und anderen zuckerhaltigen Leckereien und keine Panik verbreiten, dann bleiben die bösen, summenden Viecher auch ruhig.


Die Aussicht von einem Seitenturm auf Kirchschlag


In weiteren Räumen, von der Holzstiege aus erreichbar, befindet sich seit Kurzem eine ziemlich umfangreiche Ausstellung über die Geschichte und den Bau der Burg.

Wieder unten schreiten wir durch ein großes Tor in den umfangreichen inneren Burghof, wo sich auch der Palas anschließt. Der Palas wurde vermutlich um 1320 erbaut und ist somit der älteste Teil der Hauptburg. Mit seiner Länge von 34 m, einer Breite von 13 m und seinen vier Geschossen ist er ungewöhnlich groß. Wie seine mehr als 2 Meter dicke Mauer beweist, hatte er auch Verteidigungsaufgaben zu übernehmen. Seine hofseitige Mauer ist in der zweiten Hälfte des 19. Jh. eingestürzt, die übrigen Mauern sind jedoch noch in voller Höhe erhalten.

Die niedrigeren Ruinen sind Reste einer Rauchküche, dort wurde später eine Kapelle errichtet. Zwischen dem Markt und der Burg stand am Abhang des Schlossberges eine Kirche, die großteils abgebrochen wurde. Einige erhaltene Überreste wurden aber freigelegt, zum Beispiel Ansätze des Kreuzrippengewölbes.

Das Innere der Burg Kirchschlag


Du kannst jetzt diesen bezaubernden Ort verlassen und wir gehen durch den Zwinger zurück zum Tor, über die Brücke und jetzt gehen wir links die Stufen hinauf zum Feuerturm. Auf den Stufen unbedingt vorsichtig im Winter! Da liegen nämlich Eis und Schnee auf den nassen Holzstufen und sie sind sehr glatt und rutschig. Unbedingt langsam gehen und halte dich am Holzzaun fest!

Schon kannst du dir den Hals verrenken, wenn du zum Gipfel des Turms über dir schaust. Der Bergfried dürfte in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts erbaut worden sein und ist der älteste erhaltene Bauteil der Burg. Er hatte die Aufgabe, durch Feuer- und Rauchzeichen die Bevölkerung bei Feindesgefahr zu warnen.

Du betrittst den Turm durch einen Mauerdurchbruch im Erdgeschoß. In der Mauer befindet sich eine schwere Gittertür, aber keine Sorge, sie ist immer offen, also nur dagegen schieben und sie geht auf. Du befindest dich jetzt im dunklen Erdgeschoß des 22 m hohen Turms, das dem Landgericht als Gefängnis diente. Bei der letzten Restaurierung wurde eine Holzstiege eingebaut, die dir hilft, die 22 Höhenmeter zurückzulegen. Am Ende der Stiege ist wieder ein Gitter, das aber nicht verschlossen ist, also nur wieder fest drücken und raufspaziert in den strahlend hellen Sonnenschein. Der lebendige Wind auf dem Plateau wird dich erfrischen, wenn du zum Rand gehst und endlich den atemberaubenden Ausblick genießt.

Direkt unter dir kuschelt sich die mächtige Mauer der Burg an den Graben unter dem Turm und wird rund herum vom Ort Kirchschlag umgeben. Auf der anderen Seite des Ortes steigt der Kalvarienweg auf den Hügel bis zum Friedhof. Und hinter dem Ort heben sich in zarten Kurven die saftig grünen Hügel in den blauen Himmel und die dunkel gelben Felder verlieren sich am Horizont im blauen Nebel der Unendlichkeit. Manchmal erblickt man auf den breiten Wiesen sogar hungrige, faule, zufriedene Kühe. Wenn du einen Ort zum Träumen und die Seele baumeln lassen suchst, dann ist es der hier.

Die Burg Kirchschlag in all ihrer Pracht


Im Dezember findet auf der Burg ein Adventmarkt statt, wo man zahlreiche regionale Spezialitäten verkosten kann, zwischen den mächtigen Mauern duftet es nach Zimt und Glühwein und lokale Produzenten verkaufen mit einem gastfreundlichen Lächeln ihre einzigartig kreativen Produkte. Beim Gedanken an den Himbeer-Honig läuft mir immer noch das Wasser im Mund zusammen. Auch im Winter setzt sich also das Burgenmärchen in dem süßen Ort fort.

Winterzeit auf der Burg Kirchschlag


Wie die meisten berühmten Burgen hat auch Kirchschlag eine Volkssage, die in verschiedenen Versionen überliefert ist. Es ist die Sage vom Frauenkäfig. Die Sage habe ich in einem touristischen Prospekt gefunden und gebe sie fast wörtlich hier weiter. Der Kirchschlager Burgherr, ein Herr von Puchheim, befand sich schon viele Jahre auf einem Kreuzzug, als das Gerücht seinen Tod verkündete. Daraufhin gab sich seine schöne Gattin einem Edelmann aus der Steiermark hin. Auf einmal aber verkündeten vorauseilende Ritter die Rückkehr ihres tot geglaubten Gemahls. Die junge Frau warf sich ihrem Mann bei seiner Ankunft zu Füssen und bat um Verzeihung. Er aber vergab ihr nicht, stattdessen ließ er sie in einen eisernen Käfig einsperren und diesen bei einem Fenster der Kirchschlager Burg hinaushängen, wo sie elend zugrunde ging. Seinen Gegner konnte der Puchheimer in der Nähe von Wiener Neustadt stellen und im Zweikampf töten. Doch auch der Puchheimer erlitt im Kampf eine schwere Wunde und starb.



Weiter Richtung Autobahn befindet sich eine weitere, sehr schön erhaltene Burg, die aber leider im Privatbesitz ist und deshalb nur von außen zu bewundern ist.

Die Burgruine Thomasberg liegt über dem gleichnamigen Ort und stammt aus der Mitte des 13. Jahrhunderts. Die Burg diente als Verwaltungsmittelpunkt der Herrschaft. Außerdem hatte sie die Straßenverbindung Edlitz-Krumbach zu sichern. Gegen Ende des 15. Jahrhunderts befand sich Thomasberg im Besitz der Königsberger, die die Burg spätgotisch um- und ausbauten. Die Königsberger stammten aus der Südsteiermark, wo sie die Burg Königsberg südöstlich von Cilli im heutigen Slowenien als Stammsitz besaßen. In der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts waren die Königsberger die reichste Adelsfamilie der Buckligen Welt. Außer Thomasberg besaßen sie die Herrschaften Ziegersberg, Katzelsdorf, Hochwolkersdorf und Schwarzenbach, zu denen noch Aspang und Bärnegg hinzukamen. Im übrigen Niederösterreich sowie in Ungarn und der Südsteiermark hatten sie weiteren Besitz. Die Burg wurde ab dem17. Jahrhundert kaum mehr bewohnt und der Verfall konnte nicht mehr aufgehalten werden. Die mit der Hamburger AG in Pitten verbundene Familie Prinzhorn sowie die Familie Lutz sind heute die Burgherren.

Du kannst an der Straße nach der Brücke parken und etwa 30 Minuten die Schotterstraße hinauf gehen. Trotz des starken Verfalls macht die Ruine einen wehrhaften Eindruck und man kann verstehen, dass sich die türkischen Streifscharen nicht mit einer mühevollen Belagerung aufhalten wollten und lieber die wehrlosen Bauern im Tal massakrierten. Die Burg liegt auf einem nach drei Seiten steil abfallenden Geländesporn, daher wurde sie nur auf einer Seite mit einer, in Niederösterreich einzigartigen, monumentalen Schildmauer mit drei bastionsartigen Ausbauten verstärkt.Sie ist zwischen 5 und 7 m dick. Die gotische Kernburg inklusive der Schildmauer ist von einer niedrigeren äußeren Ringmauer umgeben. Oberhalb des Tores erkennt man die Reste eines Wappens. Hinter dem Tor führt ein schmaler Zwinger um die Kernburg. Die Mauern der fast fünfeckigen Kernburg gehen bis ins 13. Jahrhundert zurück, doch finden sich auch Mauerreste einer noch älteren romanischen Wehranlage.

Anfang des 19. Jahrhunderts ist die damalige Burg abgebrannt, Brandstiftung wurde nicht ausgeschlossen. Der jetzige Burgherr Prinzhorn erzählt in einem Zeitungsartikel darüber: „Überlieferungen nach wurde die Burg damals absichtlich angezündet, weil Dach- und Fenstersteuern eingeführt wurden und der Burgherr diese nicht zahlen konnte oder wollte“.


Burg Thomasberg


Das Ruinenabenteuer in der Buckligen Welt


Neben der zahlreichen gut erhaltenen Zeugen der Vergangenheit verstecken sich in der Region auch einige stark verfallene und vergessene Mauern, die hartnäckig von der Natur zurück verlangt werden.

Ich beginne mit der größten noch erhaltenen Burgruine, die schon von weit sichtbar mit ihrer Größe und Pracht den Atem raubt. Die Burg Thernberg in der Gemeinde Scheiblingkirchen-Thernberg zählt zu den ältesten Burgen Niederösterreichs.

Die spätromanische Höhenburg liegt über dem Ort Thernberg und stammt vermutlich aus dem 13. Jahrhundert. Der Wiener Bürgermeister Konrad Vorlauf wurde 1408 nach seiner Gefangennahme hierher gebracht, bevor er nach Zahlung eines Lösungsgeldes nach Wien zurückkehren konnte. Die Burg wechselte oft seine Besitzer und wurde um einen repräsentativen Schlosszubau erweitert, der dann im frühen 18. Jahrhundert barockisiert wurde. Sie diente unter anderem als Rückzugsort für die Bevölkerung, als sie aber niemals wirklich ernsthaft angegriffen wurde, verlor die Burg im 17. Jahrhundert die militärische Bedeutung.

1807 kamen Schloss und Burg in die Hände seines bekanntesten Besitzers: Erzherzog Johann. Unter ihm erlebte der Ort eine wahre Glanzzeit. Für Erzherzog Johann wurde Thernberg zum Lieblingssitz. Er ließ die Gebäude renovieren, dass sie eine bedeutende Gemäldesammlung aufnehmen konnte, die später zum Grundstock des Joanneums in Graz bildete. Auch seine Bibliothek und ein chemisches Laboratorium waren hier untergebracht. Der alte Bergfried wurde zu einer Aussichtswarte umgebaut. Rund ums Schloss wurde ein romantischer Landschaftsgarten mit Wasserfällen und exotischen Pflanzen angelegt. Deshalb gibt es in Thernberg seit einigen Jahren die Erzherzog-Johann-Dokumentation, die das Schaffen des Adeligen beleuchtet.

Die Blütezeit war leider kurz, da Erzherzog Johann sich 1822 in die Steiermark zurückzog. Er verkaufte die Herrschaft an Johann I Fürst von und zu Liechtenstein. Die alte Burg war inzwischen längst zur Ruine geworden und jetzt wurde auch das Schloss mehr und mehr vernachlässigt. Die Gebäude waren noch bis 1938 bewohnt und dienten zeitweise als Kinderheim. Mitte des 20. Jahrhunderts verfiel alles zur Ruine und musste aus Sicherheitsgründen für die Öffentlichkeit gesperrt werden. Auch heute scheitert noch jeder Restaurierungsversuch, daher weist ein Schild darauf hin, dass das Betreten der Anlage verboten und wegen Einsturzgefahr lebensgefährlich ist.


Die Anlage ist sehr stark verwachsen und wird langsam aber sicher wieder eins mit der Natur. Ich kann dir aber trotzdem eine kurze Beschreibung geben. Parken kann man im Ort und von da führt ein beschriebener Wanderweg in den Wald hinauf. Jetzt gehst du etwa eine halbe Stunde durch den stillen, lichten Wald, bis du vor den mächtigen Mauern stehst. Auf der anderen Seite des Holztores musst du dich erst durch dickes Dorngebüsch quetschen, um zu den Gebäuden zu gelangen, die schon im völlig verwahrlosten Zustand sind. In einigen Räumen wachsen bereits Bäume. Aus den dachlosen Ruinen ragen heute nur mehr die Kamine hervor. Die noch erhaltenen Außenmauern werden von Rundbogenportalen und spätbarocken Fenstern durchbrochen. In dem unter Erzherzog Johann ausgestatteten „Fürstenzimmer“ im zweiten Obergeschoß kann man noch stark verblasste Wandmalereien erkennen. Vom Hof aus führt ein steiler und schmaler Pfad zur Hochburg empor. Er sollte nur von schwindelfreien und trittsicheren Besuchern betreten werden, was mir persönlich eine zu anspruchsvolle Herausforderung darstellte, da die Erde stark rutschte und meine Sicherheit nur von der fragwürdigen Kraft einiger ziemlich zerbrechlicher Baumwurzeln abhängig wäre. Und als mir beim rutschigen Klettern noch eine süße, kleine Spinne über die frierende Hand krabbelte, hat sich mein Entdeckergeist endgültig in die Hose gemacht. Ich bin also mit rasendem Puls wieder in den Schütt zurückgekehrt und habe mich dem Palas zugewandt. Der Palas stammt aus der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts und wurde nach einem Brand deutlich verkleinert. Seine Mauern sind bis zu zwei Meter dick, es haben sich gotische Details wie Kamine, gotische Sitznischen und eine fünfteilige Fenstergruppe erhalten.

Das Innere der Ruine Thernberg


Die Bergseite war durch einen Graben geschützt, vom dem sich noch Reste erhalten haben. Da ich zum Bergfried nicht von unten hinaufsteigen konnte, ging ich durch den Wald rund herum und kam auf schmalen Waldwegen oberhalb des Turmes an.

Der etwa 25 m hohe Bergfried weist einen unregelmäßigen fünfeckigen Grundriss auf. Seine Mauern sind bis zu vier Meter dick, da der Bergfried an der Angriffsseite erbaut wurde und auch die Funktion einer Schildmauer übernahm. Drei Ecken sind abgerundet, um das Abgleiten von Steinkugeln zu erleichtern, die von Belagerungsmaschinen abgeschossen hätten werden können. Bemerkenswert ist das stufenartige Aussehen des Bergfrieds, da eine Hälfte sechs, die andere nur vier Geschosse erreicht.

Burg Thernberg mit dem Bergfried


Nicht nur die Burgruine weckt die Fantasien, in der ganzen Umgebung kreisen Sagen und Legenden herum. Zum Beispiel die Sage von Hexenbrünnel und Hexensteig. Der Volksglaube sagt, dass in den Neumondnächten die Quelle ein Tummelplatz der Hexen und Geister sei. Um Mitternacht könnte man die Hexen und Geister hören, wie sie auf Besenstielen herumreiten, zischen und lachen, aber sehen kann sie keiner.


Eine Sage vom Teufelsmühlgraben, einer schmalen Schlucht auf der Straße zwischen Thernberg und Bromberg, erzählt, dass der Höllenfürst im engen Tal eine kleine Mühle besessen und durch seine Anwesenheit die ganze Gegend unsicher gemacht hat. Es hieß, der Spuk würde aufhören, sobald es einem Sterblichen gelingt, neun Tage lang des Teufels Gehilfe zu sein. Viele hatten es versucht und waren entweder gar nicht oder gebrochen an Leib und Seele zurückgekehrt. Ein junger, mutiger Müllersbursch wagte das Abenteuer und ging mit dem Teufel in die Mühle. Am neunten Tag kam ein müder, gebrochener Greis mit weißen Haaren aus dem Tal, in dem niemand den kühnen Jungen erkannte, doch der unheimliche Spuk hörte auf. Was der Waghalsige in der kurzen Zeit alles erlebte, hat man nie erfahren, doch es muss wohl Schreckliches gewesen sein.


In der Sage vom Grünhütl hatte vor vielen Jahren ein Jäger bei der Arbeit großes Pech und aus Wut rief er: " Wenn mir doch jemand helfen könnte und sollte es selbst der Teufel sein!" Da tauchte ein dürrer Mann vor ihm auf und reichte ihm eine kleine blaue Kugel hin. Die Kugel sei eine Wunderkugel, die unfehlbar trifft und kehrt jedes Mal in das Rohr zurück. Er musste ihm aber versprechen, nach neunmal neun Jahren sein zu sein. 81 Jahre schienen doch lange, also verging Jahr um Jahr im Jagdglück. Endlich aber kam des Grünrock's Zeit. Der Jäger wollte noch einmal einen Rehbock erschießen und an der gleichen Stelle unter der alten Buche, wo vor Jahren der unheimliche Pakt geschlossen wurde, zielte der Jäger mit dem Gewehr und im nächsten Augenblick stürzte er selber von der Kugel getroffen, tot zur Erde nieder. Abergläubische Leute fürchten heute noch das Grünhütl.


Die Sage von der Krönlnatter erzählt von einer Natter, die ein hübsches Krönlein auf dem Kopf trägt, das glänzt von Gold und Edelstein und ist kostbarer als eine Königskrone. Um es zu erlangen, muss man am Pfingstsonntag vor der Behausung der Natter ein weißes Tüchlein ausbreiten und warten. Zur Mittagszeit kommt sie hervor, und sieht sie das weiße Tüchlein, legt sie das Wunderkrönlein darauf. Dann schlüpft sie in das Gras, sonnt sich und schläft ein. Nun heißt es flink das Tüchlein mit dem goldenen Schmuck fassen und mit Windeseile entfliehen. Aber wehe dem Dieb, wenn die Schlange zu früh erwacht! Mit Blitzesschnelle und in unbändiger Wut verfolgt sie den Räuber, der ihr sehr schwer zu entrinnen vermag.

Da lebte einmal im Dorf Thernberg ein Bauer in Not und Elend, ein Feuer hat sein Haus und Hof vernichtet und ihn zum Bettler gemacht. Da kam ihm die Natter mit dem kostbaren Krönlein in den Sinn. Am Pfingstsonntag nahm er den Weg in den Bergwald und fand das Nest des Wundertieres an einem steilen Bergabhang, wo er unweit davon die Krönlnatter zusammengerollt und im tiefen Schlafe liegend erblickte. Das Krönlein funkelte wundervoll auf ihrem Kopf. Behutsam legte er ein weißes Tuch hin, die Natter kam schlängelnd heran und legte das goldene Krönlein darauf. Hierauf zog der Bauer ein Rädchen aus der Tasche und ließ es den Berg hinabrollen. Die Natter, im Glauben, es wär ein Tier, stürzte dem rollenden Rädchen wild und hastig nach und verfolgte es bis zum Bergesfuße. Rasch fasste der Bauer das Tüchlein mit dem Schatz und eilte flink davon. Als die betrogene Natter wieder zu ihrem Nest kam, war das Krönlein längst in sicherem Gewahrsam. Der Bauer verkaufte den Schatz und erbaute sich einen prächtigen Hof. Lange Zeit lebte er glücklich und zufrieden, bis er eines Tages mit zerbissener Kehle tot aufgefunden wurde. So hatte die Natter an dem Krönleinräuber Rache genommen.



An der Grenze zu Burgenland liegt im tiefen, dunklen Tal zwischen grünen, bewaldeten Hügeln der kleine Ort Schwarzenbach. Und über dem Ort, tief im Wald versteckt, schläft ein weiteres zerfallenes Juwel, die Burg Schwarzenbach.

Sie wurde gegen Ende des 12. Jahrhunderts auf damals ungarischem Gebiet erbaut und im 16. Jahrhundert wurde eine Kapelle im Burghof hinzugefügt, wo sich heute noch Ansätze des Kreuzgratgewölbes befinden. Da erfolgte auch ein großangelegter Umbau der Burg zum Schloss unter beibehalten der alten Grundmauern. Bald darauf wurde die Burg von den Esterházys käuflich erworben, in deren Besitz sie sich noch immer befindet. Um 1800 wurde die Burganlage als Amtssitz der Esterházys aufgegeben und das einst prächtige Bauwerk verfiel nach und nach.

Von dem gegenüberliegenden Hügel ist die Ruine im dichten Wald kaum sichtbar, nur im Winter kann man einige fast gruselige, stark verfallene Mauern zwischen den Bäumen erkennen. Der Weg dahin führt vom Sportplatz Schwarzenbach, wo man auch parken kann. Dann gehst du zu Fuß an der geschlossenen Schranke vorbei und folgst dem Schotterweg ungefähr 15 Minuten hinauf. Dann trennen sich zwei Waldwege, der Schotterweg biegt nach links ab, rechts führt aber ein sehr stark verwachsener Waldweg weiter geradeaus. Bei meinem Besuch war da sogar ein Hinweisschild, dass ein Durchgang nur auf eigene Verantwortung möglich sei. Im Sommer allerdings konnte ich den Weg nicht begehen, da ich in der Hitze eine kurze Hose an hatte, der Weg war aber kniehoch mit Brennnesseln zugewachsen. Deshalb bin ich im Winter nochmal hingegangen und nach weiteren 10 Minuten war ich schon bei der Ruine, die auch im Verfall immer noch äußerst beeindruckend wirkt. Vorsicht ist unbedingt geboten, da die Gebäude sehr stark einsturzgefährdet sind.

Die Burgruine Schwarzenbach


Neben der Hochburg und der äußeren Ringmauer haben sich auch drei mächtige Türme erhalten. Leider ist im Sommer die gesamte Anlage komplett verwachsen und teilweise unter Schutt begraben. Einigermaßen gut erhalten ist allerdings die spätgotische Burgkapelle aus dem frühen 16. Jahrhundert. Der Burghof ist heute weitgehend mit Schutt aufgefüllt. Der die Kernburg umgebende Zwinger wird an der 55 m langen ostseitigen Umfassungsmauer durch drei massive Bastionstürme verstärkt. Im Zwinger sind noch Reste von Wirtschaftsgebäuden aus dem 17. Jahrhundert zu erkennen.


Ruine Schwarzenbach vom gegenüberliegenden Hügel


2016 wurde trotz Protesten eine Mauer mit einem Torbogen abgerissen, als Sicherheitsmaßnahme, weil Steine von der Ruine ins Tal rollten und die bewohnten Häuser gefährdeten.


Noch eine stark dem Zerfall überlassene Ruine versteckt sich im Wald in der Nähe von Steyersberg, die Burgruine Kirchau. Einige Schilder führen durch den Wald zur Ruine, die im Sommer von Bäumen überwuchert ist, im Winter steigen einige verfallene Mauern aus einem kleinen Graben. Erbaut im 12. Jahrhundert, wurde sie schon im 15. Jahrhundert gestürmt und dem endgültigen Verfall überlassen.

Nur wirklich trittsichere Abenteurer können in den Graben rutschen und sich den Weg in die Ruine erkämpfen.

Die Ruine Kirchau


Nicht weit entfernt über dem Ort Haßbach liegt die Burgruine Haßbach, die zurzeit renoviert wird. Mit dem Bau wurde vermutlich im 11. Jahrhundert begonnen. Die Burg war gut geplant, doch ihrer Lage wegen war ein weiteres Ausdehnen in irgendeine Richtung kaum möglich. Dies hat sicher dazu beigetragen, dass die Burg schon nach kurzer Zeit ihre wichtige Funktion als Verwaltungspunkt des umliegenden Gebietes verlor. Gemeinsam mit der Burg Stubenberg (Kirchau) wurde sie verlassen und trauert heute bewachsen und von Efeu überwuchert ihrer kurzen aber großen Zeit nach. Wann sie das letzte Mal wirklich renoviert wurde, ist fraglich, da Baumaterial überall herum liegt und die Gartengegenstände schon lange nicht mehr benutzt wurden. Die Ruine ist eher eine verlassene Baustelle.


Die Ruine Haßbach


Wie du dich selbst überzeugen kannst, liebe/r LeserIn, ist die Bucklige Welt mit einer endlosen Kette von gut und weniger erhaltenen Burgen vernetzt und jede davon ist Zeugin einer stürmischer Vergangenheit. Zahlreiche stolze Mauern trotzen heute noch dem Zahn der Zeit. Doch ohne entsprechende Pflege beginnt sich die Natur das Gelände zurückzuholen, das ihr mal mit Gewalt ausgerissen wurde. Baumwurzeln brechen Löcher in die zerbrechlichen Wände, Bäume wachsen aus Mischungen aus Schütt und Erde und bunte Blumen gucken neugierig von den spitzen Mauertrümmern hinunter. Doch mit etwas verträumter Vorstellungskraft hört man heute noch das leise Flüstern der einsamen Wände und der Wind zwischen den romantischen Trümmern singt heute noch nostalgische Melodien der längst vergessenen Pracht und des mächtigen Glanzes des Burglebens.



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